Dä nid weis was Liebi heisst - 2013

von Ueli Remund
nach dem Roman von Werner Marti
Aufführungsrechte: Theaterverlag Elgg, Belp
Regie: Ueli Remund
Zwei junge Leute treffen sich nachts im Buchsiwald. Er ist auf dem illegalen Ausgang und will zurück auf die Bauernschule Rütti. Sie kommt von der Abend-Berufsschule in Bern und ist auf dem Weg nach Münchenbuchsee, wo sie wohnt und das Schneidern lernt. Dann treffen sich die beiden jede Woche, nachts, auf dem Heimweg.
Sie verlieben sich heftig. Und es bleibt nicht bei nächtlichen Gesprächen. Er ist der Köbu Häni, Zimmermann und guter Schütze, sie das hübsche Marili, beide aus einfachen Verhältnissen, beide tüchtig und vernünftig. Dann wird Marili schwanger – und ist erst siebzehn. Er hingegen ist verlobt mit der Tochter eines Grossbauern. Jetzt sitzen beide in der Falle: Marili mit der Schwangerschaft, Köbu mit seiner reichen Verlobten, der er alles beichten müsste. So macht er sich aus dem Staub und lässt Marili sitzen.
Sowas konnte damals nur böse enden. Aussereheliche Kinder von Minderjährigen wurden nämlich zur Adoption freigegeben. Zudem drohte den Müttern die soziale Ächtung bis ans Lebensende. Aber das herzige Marili entwickelt sich zu Marie, einer Frau, die darum kämpft, ihre Tochter selber aufziehen zu können.
«Dä nid weis was Liebi heisst» ist eine Geschichte, so widersprüchlich wie das Leben selbst. Klar, dass sie eigentlich traurig enden müsste, wäre es eine «normale» Geschichte. Aber Werner Marti schrieb keine normale Geschichte. Und das Schönste: Sie ist gleichwohl wahr. Ihm stand das Schicksal von Menschen vor Augen, deren Lebensgeschichten er recherchiert hatte. Und aus diesen Schicksalen formte er eine neue Geschichte. Die endet keineswegs böse. Kein Wort mehr dazu! Denn der Rest ist Theater.






































